Kinderbetreuung / Nanny München - Das erste persönliche Gespräch mit einer Nanny

Das erste persönliche Gespräch mit einer Nanny

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Worauf Eltern besonders achten sollten – ein Leitfaden

Die Suche nach einer pas­sen­den Nan­ny ist für vie­le Fami­li­en ein gro­ßer Schritt. Schließ­lich geht es um nichts Gerin­ge­res als das Wohl­be­fin­den und die Sicher­heit der eige­nen Kin­der. Das ers­te per­sön­li­che Gespräch ist dabei ent­schei­dend: Es hilft, fach­li­che Kom­pe­ten­zen eben­so ein­zu­schät­zen wie die mensch­li­che Pas­sung. Damit Sie gut vor­be­rei­tet sind, fin­den Sie hier die wich­tigs­ten Tipps und Aspek­te, auf die Sie ach­ten soll­ten.


1. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Bevor das Gespräch beginnt, soll­ten Sie sich intern klar­wer­den:

  • Wel­che Auf­ga­ben soll die Nan­ny über­neh­men? (Kin­der­be­treu­ung, Fahr­diens­te, Kochen, Haus­auf­ga­ben­be­treu­ung, leich­te Haus­ar­beit etc.)

  • Wel­che Arbeits­zei­ten und Fle­xi­bi­li­tät erwar­ten wir?
  • Wel­che Wer­te sind uns wich­tig?
    (Erzie­hungs­stil, Medi­en­kon­sum, Ernäh­rung, Umgang mit Regeln)
  • Was ist ein Muss – und was ein Plus?
    (z. B. Erfah­rung mit Klein­kin­dern, Ers­te-Hil­fe-Kennt­nis­se, Füh­rer­schein)

Notie­ren Sie sich Fra­gen vor­ab – das gibt Struk­tur und Sicher­heit.


2. Atmosphäre schaffen: Augenhöhe statt Verhör

Ein Bewer­bungs­ge­spräch soll­te kein Kreuz­ver­hör sein. Schaf­fen Sie eine offe­ne, wert­schät­zen­de Atmo­sphä­re, in der sich bei­de Sei­ten wohl­füh­len. Nur so zeigt sich die Per­sön­lich­keit Ihres Gegen­übers wirk­lich.

Tipp: Ein Gespräch im Wohn­zim­mer bei einem Getränk wirkt oft ent­spann­ter als ein for­mel­les Set­ting am Ess­tisch.


3. Fachliche Qualifikation & Erfahrung

Klä­ren Sie kon­kret:

  • Wel­che Aus­bil­dung oder Erfah­rung bringt die Nan­ny mit?
  • In wel­chem Alter waren die bis­he­ri­gen Betreu­ungs­kin­der?
  • Wie sah ein typi­scher Arbeits­tag in frü­he­ren Fami­li­en aus?
  • Gibt es Refe­ren­zen, die Sie kon­tak­tie­ren dür­fen?

Wich­tig: Ach­ten Sie nicht nur auf den Lebens­lauf, son­dern auch dar­auf, wie über frü­he­re Fami­li­en gespro­chen wird – respekt­voll und reflek­tiert ist ein gutes Zei­chen.


4. Pädagogische Haltung & Werte

Hier ent­schei­det sich oft, ob es lang­fris­tig passt:

  • Wie geht die Nan­ny mit Kon­flik­ten oder Trotz­pha­sen um?
  • Wie setzt sie Regeln und Gren­zen?
  • Wie steht sie zu The­men wie Medi­en, Süßig­kei­ten oder Schla­fens­zei­ten?
  • Was ist ihr beson­ders wich­tig in der Arbeit mit Kin­dern?

Es gibt kei­ne „rich­ti­gen“ oder „fal­schen“ Ant­wor­ten – son­dern nur pas­sen­de oder unpas­sen­de für Ihre Fami­lie.


5. Beziehung zu Ihrem Kind beobachten

Wenn mög­lich, las­sen Sie Ihr Kind beim Gespräch zumin­dest kurz dabei sein oder pla­nen Sie ein Ken­nen­ler­nen ein.

Ach­ten Sie dar­auf:

  • Geht die Nan­ny offen und freund­lich auf Ihr Kind zu?
  • Nimmt sie Blick­kon­takt auf Augen­hö­he?
  • Reagiert sie gedul­dig und inter­es­siert?

Ihr Bauch­ge­fühl ist hier oft ein sehr guter Rat­ge­ber.


6. Praktische & organisatorische Themen offen ansprechen

So unan­ge­nehm es manch­mal ist – Klar­heit von Anfang an ver­hin­dert spä­te­re Kon­flik­te:

  • Ver­gü­tung, Über­stun­den, Urlaub, Krank­heit
  • Kün­di­gungs­fris­ten
  • Ver­trau­lich­keit & Pri­vat­sphä­re
  • Umgang mit Krank­heit der Kin­der
  • Pro­be­zeit

Alles, was bespro­chen wird, soll­te spä­ter schrift­lich fest­ge­hal­ten wer­den.


7. Red Flags ernst nehmen

Sei­en Sie auf­merk­sam bei Warn­si­gna­len wie:

  • Aus­wei­chen­de oder wider­sprüch­li­che Ant­wor­ten
  • Abwer­tung frü­he­rer Arbeit­ge­ber
  • Unkla­re Anga­ben zu Qua­li­fi­ka­tio­nen
  • Feh­len­de Bereit­schaft, Refe­ren­zen zu nen­nen

Im Zwei­fel gilt: Lie­ber ein Gespräch mehr füh­ren als eine fal­sche Ent­schei­dung tref­fen.


8. Zeit nehmen & nachspüren

Tref­fen Sie kei­ne Ent­schei­dung unter Druck. Schla­fen Sie eine Nacht dar­über, spre­chen Sie sich als Eltern ab und hören Sie auf Ihr Bauch­ge­fühl.

Fra­gen Sie sich:

„Kann ich mir vor­stel­len, die­ser Per­son mein Kind anzu­ver­trau­en – auch an einem stres­si­gen Tag?“